Abkneipe

So kommet, was denn kommen muss. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Palladia findet seinen Schlussstrich, gezogen wohl eher in flüssigem Gold als schnöder Tinte. Das allsemestrige Abenteuer des Fahneneinholens wurde auch an diesem Abend mit Bravour und ohne Verletzte bestanden, woraufhin das dumpfe Rumpeln der Fässer in den Gängen und Hallen einen feuchtfröhlichen Abend ankündigte. Wohlgenährt, mit Farbengästen in unserer Mitte, ließen so die versammelten Palladen die Gläser klirren und die Sänge schallen. Den drei althergebrachten Farben rosa, weiß und blau wurde aufs Vorzüglichste die Treue erwiesen und gehalten, als wieder einmal die Stunden verflogen und die Sorgen ein nasses Grab am Boden eines wohlgefüllten Glases fanden. Bundesbruder Luca und der Fux Saidazim, der ihn erwählte, nutzten diese Gelegenheit, um ihr Leibverhältnis von Worten in Gravur zu übertragen. Als die Stunde jedoch weiter vorangeschritten war, sah sich Bundesbruder Grobi schlussendlich außerstande, mit bestehendem Material den Kneipverlauf fortzuführen, was ihn dazu veranlasste, der Palladia zu seinem 20. Semester einen persönlichen Schläger zu vermachen, der sogleich zum Einsatz kam. Ohne Zweifel besteht nun der Beweis: Auch dieses Instrument kann für Ordnung, Disziplin und höchstwichtigst Kneipvergnügen sorgen. Nachdem also noch ein letztes Mal in couleurstudentische Tradition Leben einfährt, wie gejagt von Furien, fällt doch schließlich das letzte Kommersbuch zu. Mit einem Traum von Frühling aus der Pflicht entlassen, entflieht so die Aktivitas in aller Herren Länder, um beizeiten mit neuem Mut zur alten Runde zusammenzutreten.

Stadtführung „München bei Nacht“

So kommet, was denn kommen muss. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Palladia findet seinen Schlussstrich, gezogen wohl eher in flüssigem Gold als schnöder Tinte. Das allsemestrige Abenteuer des Fahneneinholens wurde auch an diesem Abend mit Bravour und ohne Verletzte bestanden, woraufhin das dumpfe Rumpeln der Fässer in den Gängen und Hallen einen feuchtfröhlichen Abend ankündigte. Wohlgenährt, mit Farbengästen in unserer Mitte, ließen so die versammelten Palladen die Gläser klirren und die Sänge schallen. Den drei althergebrachten Farben rosa, weiß und blau wurde aufs Vorzüglichste die Treue erwiesen und gehalten, als wieder einmal die Stunden verflogen und die Sorgen ein nasses Grab am Boden eines wohlgefüllten Glases fanden. Bundesbruder Luca und der Fux Saidazim, der ihn erwählte, nutzten diese Gelegenheit, um ihr Leibverhältnis von Worten in Gravur zu übertragen. Als die Stunde jedoch weiter vorangeschritten war, sah sich Bundesbruder Grobi schlussendlich außerstande, mit bestehendem Material den Kneipverlauf fortzuführen, was ihn dazu veranlasste, der Palladia zu seinem 20. Semester einen persönlichen Schläger zu vermachen, der sogleich zum Einsatz kam. Ohne Zweifel besteht nun der Beweis: Auch dieses Instrument kann für Ordnung, Disziplin und höchstwichtigst Kneipvergnügen sorgen. Nachdem also noch ein letztes Mal in couleurstudentische Tradition Leben einfährt, wie gejagt von Furien, fällt doch schließlich das letzte Kommersbuch zu. Mit einem Traum von Frühling aus der Pflicht entlassen, entflieht so die Aktivitas in aller Herren Länder, um beizeiten mit neuem Mut zur alten Runde zusammenzutreten.

Gaudeamusball

Der Münchner Sommer mag sich wohl ausfüllen mit Wein- und Bierfesten, sodass sich zum Herbsteinbruch die Tracht wie eine zweite Haut trägt. Doch um auch im Winter gesellig zu Jux und Tollerei zusammenzukommen, dafür bedarf es eines ungleich feineren Zwirns: Die Ballsaison des zurückliegenden Wintersemesters hat auch in die Palladia Feuer und Flamme getragen. Nach zunächst vorsichtigem Anlernen in der Palladenbibliothek, worunter so mancher Zeh wohl gelitten hat, zeigten sich doch beizeiten Fortschritte, was fulminant kumulierte am Ballabend des 15. Februars. Begleitet von den Damen des Hauses, die wie an so vielen Gelegenheiten auch in dieser Stelle die Erfahrung erst komplettierten, fanden sich so schlussendlich acht Palladen am deutschen Theater ein. Von Wein und Farbenbrüdern umgeben war so von etwaiger Nervosität in kürzester Zeit nichts mehr zu spüren. Letzte Schrittfolgen wurden hastig wiederholt, Handtaschen sicher verstaut und die Nacht begann. Die Stunden vergingen völlig unbemerkt im vom Theater zum Tollhaus gewordenen Tanzpalast. Die Dualität aus Traditionswahrung beim Wiener Walzer auf dem Parkett und Fotoshoots mit Accessoires im Rampenlicht boten für jeden Geschmack eine unterhaltsame Nacht, an welcher der kommende Morgen wohl das schlimmste Element war. Der Tanz jedoch, der war wohl gekommen um zu bleiben, nachdem der Enthusiasmus für den Gaudeamusball 2020 keinerlei Abbruch erfahren hat.

Besuch des Franz-Marc-Museums

Wer München Richtung Süden verlässt und Kilometer um Kilometer tiefer ins schöne ländliche Bayern fährt, findet sich auf kurz oder lang im Blauen Land wieder. Die Bergregionen, die unseren schönen Freistaat auszeichnen, dienten auch einem von Münchens berühmtesten Söhnen als Inspiration. Wie die Pinakotheken der Landeshauptstadt zeigen, ist das einfache Leben in diesen Landstrichen eindrucksvoll dokumentiert. Doch in einer Zeit des Umbruches, der Beschleunigung und des Wandels in der Gesellschaft um die Jahrhundertwende waren es Franz Marc und seine Gleichgesinnten, die sich in ebenjene Landstriche zurückzogen und dort begründeten, was wir heute als den Blauen Reiter kennen. Klassisch geschult, von französischen Impressionisten beeinflusst und dem eiligen Großstadtleben abgeneigt entstand hier aus seinem Pinsel einzigartige expressionistische Kunst. Das grundrenovierte Franz-Marc-Museum in Kochel eröffnet in jede Richtung einen Blick auf ebenjenes Land, das einst als Inspiration diente für Männer und Frauen, die ihre wachsende künstlerische Schaffenswelt in den Schrecken des ersten Weltkriegs für immer zerstört sahen. Auch der namensgebende Künstler fand ein Ende in der Gegend um Verdun, weit entfernt von seiner geliebten Muse, den Felskolossen des bayrischen Lands. Doch heute ist eine jede Seite seiner Notizbücher mit Bedacht der Öffentlichkeit präsentiert, im Herzen der Region, die diesem revolutionären Künstler Ihren Namen verdankt. Ein schmaler Tribut für einen großen Mann, der einem jeden von uns ein Stück weit das wahrhafte Sehen gelehrt hat.

Malerei ist Ankommen an einem anderen Ort. – Franz Marc

dav

Medizintechnik – Gefährliches Geschäft oder Zukunft?

Die wissenschaftlichen Bestrebungen, die ein Studium verlangen, erfahren eine willkommene Abwechslung in den Vorträgen, die jedes Semester aufs Neue mit variabelster Themenauswahl die Semesterwochen bereichern. In diesem Semester fiel Bbr. Mateus die Ehre zu, aus seinem persönlichen Studienhintergrund den versammelten Gästen die lange Geschichte der Medizintechnik nahe zu bringen. Um Sorgfalt walten zu lassen, begann der Vortrag mit einem Rückblick bis ins antike Ägypten, wo die allerersten Medizintechniker Zehenprothesen entwickelten. Doch die großen Fortschritte, die wir in den letzten hundert Jahren als Gesellschaft im Bereich künstlicher Körperteile gemacht haben, sind unauflöslich verwachsen und verbunden mit dem Kriegstreiben, welches so viele Versehrte in ganz Europa zurückließ. Schließlich angekommen in der Gegenwart, eröffnete Bbr. Mateus das Feld in die Breite und stellte im Detail dar, wie die Materialwissenschaft die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, oder genauer, zwischen Fleisch und Metall bewältigt und bewirkt. Schlussendlich galt es, die transatlantische Dualität in Zulassungsverfahren für medizinische Produkte zu erforschen. Die verschiedenen Herangehensweisen in Europa und den USA waren mit anschaulichen Beispielen ein gelungener Abschluss zu einem Vortrag, dessen Inhalte wir hoffentlich nie praktischer Kennenlernen müssen.

Skifreizeit

Der erste Morgen, an dem München in weiße Winterpracht gehüllt ist, erweckt noch Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage. Doch wenn Schneeschippen, Zugverspätungen und Rutschgefahr im täglichen Leben als konstante Gängelung Wegbegleiter sind, verwehen Winterfreuden schnell. Eine Ausnahme gibt es jedoch: den Wintersport. Der Winter hatte, wie seit einer Dekade nicht mehr geschehen, das gesamte Alpenland im eisernen Griff. Doch schlussendlich versammelte sich ein Konsortium aus Sportbegeisterten von nah und fern bei Annas Hus, um von dort tief versunkene Gipfel zu erstürmen und mit den Freuden des Winters die Seele zu befeuern. Wie alljährliche Tradition verlangt, war allerhand vertreten: Vom Novizen bis zum Profi brachte jeder voller Elan für ein Wochenende Stahl zu Piste statt Stift zu Papier. An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland waren die Möglichkeiten schier endlos, von blau bis schwarz gab es genug Optionen, um keine Piste zweimal zu bestreiten. Dieses Jahr glücklicherweise ohne Verletzte lernte der eine mit ausgestreckten Armen als Flugzeug Kurvenschwünge, der andere carvte in rasendem Tempo akkurate Spuren in den Schnee.

Im Schneetreiben des Kleinwalsertals kam natürlich auch die allabendliche Tradition des Après-Ski nicht zu kurz, wo Eisstockschießen genauso eine genehme Abrundung des Tages sein kann, wie eine massive Runde Uno. Letztere jedoch ist nie mehr als eine Karte entfernt von totalem Chaos. In guter Gesellschaft bei einheimischem Bier könnte aber wohl an jedem gottverlassenen Ort noch Freude und Unterhaltung aufkommen. Trotz einem eingänglich als gewagt betrachteten Experiment mit hausgemachter Versorgung kontrastierte die Moral im weißen Paradies also hervorragend mit der allgegenwärtigen Münchner Winterdepression. Die Schneemassen im Nacken machten es am Sonntag schließlich notwendig, bereits zur Mittagszeit die Autos zu bergen und ihnen einen Pfad zu bahnen, nachdem auch die Skilifte zum Stillstand gekommen waren. Die wilde Flucht Richtung Heimat glückte. Die letzten Semesterwochen bestreiten sich doch wesentlich leichter nach einem Wochenende wie diesem.

Krambambuli-Bürgerkneipe

Die dunkelsten Tage des Jahres halten einen jeden fest im Griff. Ein stürmischer Ozean aus Vorlesungen, Veranstaltungen und Besorgungen lässt einen jeden träumen ob des stillen Obdachs der besinnlichen Weihnachtsfeiertage, wenn im familiärsten aller Kreise die Lebensgeister, die ein langes Jahr gelitten haben, wieder zu alter Stärke kommen können. Und dennoch, trotz all den Verpflichtungen und Beschwerden, die die Adventszeit mit sich bringt, versammelte sich ein illustre Runde in der zurückliegenden Nacht nach dem größten aller Vorbilder: Unsere eigenen Gründerväter des Philologischen Vereins München traten 1879, in einer Nacht, die der diesen nicht unähnlich ist, eisern der Kälte entgegen und schufen eine der Institutionen, ohne die unser Adventsabend mit Sicherheit ein eher entspannter mit etwas Glühwein und Ruhe geworden wäre.

Die Krambambulikneipe, als ein altehrwürdiges Kronjuwel des Wintersemesters, war in diesem Jahr zuvorderst eine Bühne für Ehrungen unterschiedlichster Art. Der Fuxenstall wurde ob der Bundesbrüder Julius und Marco beraubt, welche die Kneipe mit zwei Farben eröffneten, doch mit dreien auf stolzgeschwellter Brust verließen. Zum persönlichen Vergnügen gereichte es dem Senior, dass auch die ehrenvollen Ränge der Couleurdamen palladiae an diesem Abend wachsen konnten. Unsere Couleurdamen Lena und Katharina haben beide über die zurückliegenden Jahre jede nach ihren Stärken der Palladia unentbehrliche Dienste erwiesen. Nicht nur dies, auch sind sie Bundesbrüdern jung wie alt als treue Freunde ans Herz gewachsen. So kam es, dass die Palladia ihre althergebrachten Farben auch in ihre sorgsamen Hände übergeben durfte.

Ehrungen solcher Vielzahl und Seltenheit verdienen es also ohne Zweifel, gebührend begossen zu werden. Während also mit fortschreitender Nacht die Fesseln von Wissenschaft und Ehre fallen, bricht das Streben nach Walhalla und Elysium jedweder Mänaden und Bacchanten sich unaufhaltsam Bahn. Ob Wolke sieben oder neunter Höllenkreis, das Gift der Nacht wird wie Elixiere alter Tage gezaubert von den Zeremoniemeistern, welche für eine Nacht den eternalen Zutaten Leben einhauchen. Ein jeder genießt die Flammen, die Seelen und Trank zugleich befeuern, auf das flüssiges Gold, schwarze Mixtur und perlende flüssige Nichtigkeiten nicht nur zu Kopfe, sondern auch in den Geist steigen. In jener dunklen Dezembernacht sind Ekstase und Schabernack höchste Lebensmotivation und bester Freund zugleich. Wenn nach schier endlosen Nachtstunden die goldene Morgensonne die nächtlichen Herrscher über ihr eigenes Schicksal erweckt, erst dann schafft der Wechsel aus Dunkel ins Licht die komplette Erfahrung einer Nacht als wahrhafte Krone der Schöpfung.

Vivat, crescat, floreat dionysos in aeternam!

 

Weihnachtsfeier

Der Monat Dezember erfährt seine Gloria schlussendlich durch zwei Dinge: Den Rückblick auf eine ferne Kindheit, als die Geschenke größer, der Baum höher und der Schnee weißer war, genauso wie die Erinnerung an die besinnlichen Tage, in denen ein jedes Jahr in Ruhe und Frieden verklingt. Doch die Dezembertage, die die Adventswochen füllen, verheißen doch Kälte und Misere in kurzen, prall gefüllten Sonnenstunden der Tage. Am Ende solcher Sonnenstunden, nur den Mond als Zeuge, trug es sich nun zu, dass ein jeder Komfort zur Entspannung dienen sollte: das prasselnde Kaminfeuer, der dampfende Glühwein, das reichhaltige Buffet mit dem Geschmack nach Heimat. So traten wir denn zusammen, zur alljährlichen Weihnachtsfeier der Palladia. In den Tiefen eines Ledersofas versunken, gibt es so für Stunden nichts zu tun als einen Baum zu schmücken und stille Stunden zu genießen. Doch natürlich führt der unabdingbare Drang der amicitia dazu, dass mit späterer Stunde die Zungen leichter werden und der Raum sich mit Gespräch und Lachen füllt. So klingt dann die Weihnachtsfeier, welche als Oase der Ruhe beginnt, doch immer als ein zweites Weihnachtsfest mit der Münchner Wahlfamilie aus. Nicht anders sollte es sein.

Visite bei der Tübinger Königsgesellschaft Roigel

Man sieht sich immer zweimal im Leben, die kulturell hinreichend bekannte Drohung, eignete sich noch immer als letzter Schlachtruf, bevor hinter fernen Stadtmauern die deutsche Studentenkultur bei einer anderen Verbindung in Zweisamkeit hochgelebt wird. So begab es sich, dass die Palladia im Sinne der Studenten vergangener Tage eine Reise antrat. Auch wenn Pferderücken und Wegelagerer heute nur noch Fabeleien der Weglektüre sind, so ist es doch ein einzigartiges Gefühl, die windenden Hügel Tübingens auf den letzten Metern zu beschreiten, wohl wissend, dass am Ende der langen Reise ein Wochenende steht, das zu gleichen Teilen eine formative Erfahrung und höchstes Vergnügen darstellt. Als geschätzte Gäste der Tübinger Königsgesellschaft Roigel konnten wir in Begleitung unserer Farbenbrüder die zahlreichen Höhen und Tiefen Tübingens erkunden und einige der wahrhaft schönen Verbindungshäuser in ganz Deutschland kennenlernen. Eine Stadt, in jede Richtung umgeben und durchzogen von Anhöhen und Flüssen, bietet an jeder Ecke ein Plätzchen zum Schwärmen und zum Trinken, selbst bei trübem Winterwetter. Ob Schloss oder Hölderlinturm, Tübingens Sehenswürdigkeiten sind so zahlreich wie dicht gestreut. Doch außer einem schwachen Schatten lernt man von einer korporierten Stadt nichts kennen, wenn man nicht auch dessen beflaggte Häuser von innen besichtigt. Die Studententradition, die die ehrenvolle Kultur des deutschen Couleurwesens wie keine andere zusammenwachsen lässt, das Bummeln, führt uns also im Laufe des Tages auf herrschaftliche Balkone und an gediegene Tische, an denen Tradition wahrhaft nie gestorben ist. Die traditionelle Nikolauskneipe, zu welcher Met gereicht wurde wie in alten Tagen, bewies eindrucksvoll, dass der geübte Studio selbst das Vortragen von Poesie an der Kneiptafel zu später Stunde zur Königsdisziplin machen kann. Mit heiterem Geschenkeaustausch und immervollen Bechern war die einzige Komplikation des Abends der stufendurchzogene Weg bis ins Bett. Kehrt schlussendlich die Palladia heim ins schöne München, nach einem wundervoll durchzechten Wochenende, so stellt sich zwar keine Reue an, wohl aber die Krankmeldung für Montag in Aussicht.

 

Vivat, crescat, floreat WV Palladia et Königsgesellschaft Roigel in aeternam!

dav

Fuxendebatte „Allg. Dienstpflicht“

Das Prinzip „scientia“ als Wissenschaftliche Verbindung zu leben, stellt eine Gratwanderung dar. Auf der eine Seite ist selbstverständlich das Streben im eigenen Fach wie auch in verwandten und exotischen Subjekten ein ehrenvoller und der Göttin Athene würdiger Umtrieb. Doch genauso ist der Fokus der Palladia als geschichtsträchtiger Männerbund nicht schlicht und ergreifend, gemeinsam durchs Studium zu schreiten. Um bis in den Lebensabend glücklich wiederzukehren, muss jedoch tiefergreifende Bindung bestehen. Eine alte Studienheimat hat wohl so mancher, doch dorthin mit Freuden zurückzukehren bedarf einem besonderen Zuge. Um also auf jungen Männern junge und zugleich ewige Bundesbrüder zu machen, bedarf es einer Kaderschmiede, eines Mannwerdens, einer Charakterkultivierung. Nur wer gemeinsam im verschworenen Kreise sich selbst und seinesgleichen wachsen sieht, wird auch für immer mit dem Herzen gebunden. Zur Förderung dieses essenziellen Bundeswachstums gereichte es nun also den Fuxen der Palladia zur Freude, im Rahmen einer Fuxendebatte gegeneinander das Thema der allgemeinen Dienstpflicht zu eruieren. Den wahrhaftig, um aus der Bude einen Bund zu machen, aus dem Studierenden einen Studiosus, bedarf es nicht nur dem Wissen um Formeln und Werte, sondern auch um klare Formulierung, Logik und dem ehrenvollen, bundesbrüderlichen Streitgespräch. So wurden auch in dieser Debatte vorzüglich eine breite Themenreichweite abgedeckt. Erfahrungen aus vergangenen Tagen, politische Ansätze aus aller Herren Lager, die Verpflichtungen von Staat und Bürger zueinander im Fundamentalen wurden in energischer, rhetorisch wertvoller Façon vorgetragen. So verbleibt denn nichts, als den Fuxen zu danken für die Beweisstellung, dass Bierschleppen nur eine Facette der weitreichenden Kapazitäten ist, die unsere nächste Generation mit sich bringt.

Die Gedanken nur desjenigen sind frei, der des Gedankens wahrhaft mächtig ist.

Volkstrauertag

Blickt man in das eigene Dasein als Couleurstudent, so mag doch das Vergehen der Zeit gelegentlich kurios variabel erscheinen. Einerseits scheint in der Planung eines Semesters, wissenschaftlich wie studentisch, doch jeder Fortschritt gleich einer Wiederholung. Auf der anderen Seite ist es doch unumgänglich, in der sorgfältigen Beobachtung von Politik und Weltgeschehen einen bemerkenswerten, stellenweise besorgniserregenden Wandel der Gesellschaft festzustellen. Doch diese, wie so viele andere gesellschaftliche und politische Phänomene, überhaupt in Frage und Betrachtung zu ziehen, ist einem jedem Studenten, wahrhaftig jedem Menschen nur ermöglicht, weil es uns als Gesellschaft in einem deutschen, europäischen und globalen Rahmen gelungen ist, aus Polybios zyklischer Geschichtsschreibung zumindest teilweise auszubrechen. Nun mag der Aufschwung zu Fukuyamas Ende der Geschichte an dieser Stelle fehl am Platze sein, aber die grundsätzliche Prosperität, die uns wie Samt umhüllt und eines jeden wissenschaftliches Streben umso mehr in einen persönlichen Kontext hüllt, frei von nationalideologischem Hintergrund, ist doch begründet auf einer unvergleichbaren eisernen Sicherheit. Für diese Sicherheit wurde gezahlt, von Generationen vor uns, in Eisen und Blut, bis zur heutigen Stunde. In Kriegen so grausam, mit Todesopfern unzählbar, erschufen die Ahnen all derer, die heute das Erdenrund beschreiten, diese Welt, in der wir, trotz allem Leiden, geradezu lustwandeln dürfen. Ihr Andenken ehren wir als Bürger dieser neuen friedlichen Welt an diesem Volkstrauertag wie an allen kommenden Volkstrauertagen. Die Todesopfer, die sich eine Welt wie die unsere nie erträumen konnten, die ihr Leben in Kampf und Kriege ließen, bleiben uns allzeit im Gedächtnis, aber heute verdienen sie unsere Ehrerbietung. Zu diesem Zwecke war die WV Palladia! zum Gedenkakt des Volkstrauertages an der Bayrischen Staatskanzlei mit einer Chargenabordnung vertreten. Es ist eine eternale und höchst ehrenwerte Aufgabe, derartes Gedenken unsterblich zu machen.

 

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

 

Fratparty am 16.11.

Studentische Geschichte, strikte Kneipabläufe, Jahrhunderte alte Tradition, beinahe gewinnt man den Eindruck, der junge Pallade lebe in einer Blase fernab von modernen studentischen Gepflogenheiten. Doch am letzten Freitag war wieder einmal der Zeitpunkt gekommen, den internationalen Kreativen Respekt zu zollen, die nah und fern unermüdlich nach neuen Wegen suchten und suchen, Alkohol kreativ mit Spiel zu verbinden. So war es also auch uns ein Vergnügen, die Anzüge im Schrank zu lassen und stattdessen weiße Bälle in roten Bechern zu versenken. Der versierte Pallade von Welt kann Paradeschläger und Zigarren selbstverständlich beiseitelegen und sich, umgeben von Gästen, durch eine bunte Variation von Shots trinken. Eine Nacht wohlgefüllt mit Bierpong, Rage Cage und Flipcup findet ihr Ende da auch sicher nicht mehr in voller Nüchtern- und Klarheit, aber als eine traumhafte Erinnerung. Die Palladenbar, verstärkt durch Bierpongtische zwischen Mahagonivertäfelung in der Bibliothek, hat einmal mehr bewiesen: Auch ohne großen Anlass und viel Dekorum kann gute Laune das ganze Haus erfassen und bis in die Morgenstunden nicht wieder loslassen.

Auf ein baldiges, feucht-fröhliches Wiedersehen!

Promotionskneipe von Bbr. Dr. Julian Hudjetz und Bbr. Dr. Robert Hermann

Der Couleurstudent von heute sieht sich, wie sein Urpendant vor Jahrhunderten, in die Gewissensentscheidung zwischen dem goldenen Nass der amicitia und dem schwarz-weißen Träger der scientia gezwungen. Umso schöner die Jubelstimmung, wenn man die wohlverdienten Lorbeeren der Bewältigung dieser scheinbaren Sisyphosaufgabe im Kreise des Bundes zur Krone tragen darf. Jedem Bundesbruder war es am zurückliegenden Samstag also ein Vergnügen, eine malerische Bühne zu schaffen für die Ehrenfeier von Dr. Julian Hudjetz, Philistersenior und Doktor der Medizin, sowie Dr. Robert Hermann, Doktor der Germanistik. Das Philistern lernten sie wahrhaft nicht, wie wohl ein jeder Zeuge jener Nacht eindrucksvoll erlebt hat. Das Dualpräsidium trug so mit seinem Kommers gleichwohl den mythischen goldenen Schwingen einen jeden in Richtung Himmelslicht. Die Union und Fusion aus amicitia und sciencia, die jenen Abend informierte, hauchte für jedermann wahrhaftes Leben in die Prinzipien, die ansonsten ins Papier gebannt liegen. Am nächsten Tag mit dem Erwachen trug jeder etwas schwere Kopf den auf ewig geschätzten Rückblick an einen Abend, wie er der Palladia nicht besser hätte entsprechen können: Mit geflügelten Worten, kreisenden Humpen und studentischem Frohsinn.

Die Wissenschaft hat zwei neue, ehrenvolle Verfechter gewonnen. Die Wissenschaftliche Verbindung Palladia! schwelgt ebenso in diesem Siege.

Wir gratulieren Doktor Julian Hudjetz und Doktor Robert Hermann.

Festkommers zum zehnjährigen Bestehen des Palladenhauses

Am 25.10.2008 adelte sich die WV Palladia nach mehr als einem Jahrhundert von Bundesgeschichte mit dem Palladenhaus. Die Manifestation eines alten Traumes, der im Jahr 1876 begann, ist diese Stätte zum geselligen Zusammensitzen in Winterstunden, ekstatisch Zelebrieren bis zum Sonnenaufgang und Rejuvenieren studentischer Tradition wahrhaft mehr als nur ein Haus. Die fünfzehn handverlesenen Studenten und Studentinnen, die seither das Palladenhaus ihr Heim nennen und dort Bünde fürs Leben schließen, dankten an diesem Abend in den Reihen von Alumni und alten Herren all jenen, die die Schaffung unseres Kronjuwels ermöglicht haben. Selbstverständlich galt hier zuvorderst Dank an Frau Doktor Maria Pfister-Dausch und Bundesbruder und Ehrenphilister Doktor Raimund Pfister, die der Palladia noch im Tode treu blieben und die Finanzierung ermöglichten. Genauso erging Dank aus tiefestem Herzen an die Bundesbrüder Alscher, Bawiedemann, Buchmaier und Maul, die aus dem Hausbauverein in nomine einen Hausbauverein in facto schufen. Des Weiteren galt an diesem Abend der Dank der Palladia Bundesbruder Eigelsreiter, der den Bau des Hauses überwachte und behütete, als ginge es um sein eigenes Kind; eine Umsicht, an der sich bis heute nichts geändert hat.

Um all jenen nun angemessen zu Danken, durften wir zum Festkommers am 27.10.2018 eine bunte Auswahl an alten Herren, Couleurdamen, Farbenbrüdern, ehemaligen und aktuellen Hausbewohnern und Hausbewohnerinnen, Burschen und Fuxen begrüßen. Nachdem in Redebeiträgen von Farbenbrüdern, Bundesbrüdern und Couleurdamen die Sisyphosaufgabe der akkuraten Geschichtsdarstellung zumindest einen ehrenvollen Versuch erfahren hatte, flossen vergnügliche Stunden flugs dahin, gefüllt mit Becherklang und Liederschall. Zahlreiche alte Herren, eine wohlgefüllte Aktivitas, hochgeschätzte Couleurdamen, ehemalige und aktuelle Hausbewohnerinnen, welche alle gemeinsam couleurstudentisches Treiben genießen und eine freudenerfüllte Nacht verbrachten: Hoffentlich konnten in diesen Stunden die von uns Gegangenen mit stolzgeschwellter Brust auf uns herablächeln, auf dass wir ihre Vision erfüllt haben.

Vivat, Crescat, Floreat Doktor Raimund Pfister in aeternam!

Ankneipe zum 285. Couleursemester

Mit Paukenschlag und Donnerschall ist das neue Couleursemester der Palladia ins Lichte getreten. Der Deckel des Senioratskrug schwang wieder auf im Gruße an die versammelten Farben- und Bundesbrüder, die einen lauen Spätsommertag unter Freunden ausklingen ließen. Vergnügliche Stunden bei Bier und Zigarettenrauch wurden nur unterbrochen durch rhetorische und musikalische Ergüsse, denen zumindest Elan nie fehlte. Zur besonderen Freude gereicht es uns, dass Bundesbruder Sönke sich dem Bund aufs Leben verschwor. Für ihn begann die Kneipe im Fuxenband und endete mit drei Farben auf stolzer Brust. Wir freuen uns, ihn nun als Bursch in unseren Reihen zu haben. Alles in allem markierte das Verklingen der letzten Töne der Nacht einen gelungenen Einstieg ins Semester, nach welchem auch die frühste Vorlesung ihren Schrecken verliert.

Auf das der Herbstwind uns Flügel verleiht und nicht ins Dunkel treibt!

 

Einladung zur Semesterankneipe am 13. Oktober 2018

Am 13.10. erwacht die WV Palladia! einmal mehr aus Ihrem couleurstudentischen Sommerschlaf, auf das wir Vorlesungen besuchen und Biergläser füllen. Die Chargia freut sich auf ein abwechslungsreiches Semester, in welchem Gäste, Farben- und Bundesbrüder gemeinsam die kalten Winternächte in Schach halten. Hiermit ergehe weiterhin eine Einladung zur Ankneipe am Samstag, den 13.10. Die Chargia, die uns von diesem Abend an durch das 285. Couleursemester führt, setzt sich zusammen aus:

Senior Frank Miklosi, stud. rer. oec.
E-Mail: senior@palladia.de
Consenior Hubert Multerer, stud. rer. nat.
E-Mail: consenior@palladia.de
Schriftwart Sönke Diedrichsen, stud. med.
E-Mail: schriftwart@palladia.de
Fuxmajor Maximilian Loos, B.A., stud. rer. nat
E-Mail: fuxmajor@palladia.de

Wir wünschen viel Erfolg im Semester und freudiges studentisches Treiben.

Studienfahrt nach Berlin

Von der Landeshauptstadt in die Bundeshauptstadt — im Sommersemester 2018 sollte Berlin das Ziel unserer Studienfahrt werden. Mit einer Gruppe von 19 Leuten erlebten wir vier Tage lang ein vielfältiges Programm — von den klassischen Sehenswürdigkeiten über Insider-Lokale bis hin zu einem Ausflug nach Potsdam. Selbstverständlich wurde auch das Berliner Nachtleben auf die Probe gestellt und — abgesehen vom Berliner Pilsener — durchweg für gut befunden. Von einigen langen Nächten geschwächt, doch umso reicher in gemeinsamen Erinnerungen blicken wir auf die vergangenen Tage zurück.

Antrittskneipe SoSe18

Am Samstag, den 7. April feierte die WV Palladia! ihre Semesterantrittskneipe im 284. Couleursemester. Höhepunkt der Kneipe waren die Receptionen unserer Neoburschen Henrik und Paul-Kevin. Wir freuen uns auf ein Semester voller Amicitia, Sciencia und Patria!

Studienfahrt nach Prag

Am vergangenen Wochenende führte uns unsere Semesterstudienfahrt in die wunderschöne „goldene Stadt“ Prag. Neben der Prager Burg und der Karlsbrücke besuchten wir auch das Franz-Kafka-Museum und die Karls-Universität. Zwei gelungene Kurzvorträge über die Prager Fensterstürze und die Karls-Universität rundeten die Tage ab und setzten den wissenschaftlichen Rahmen, das ein oder andere Pivo den freundschaftlichen.

Volkstrauertag 2017

Chargenabordnung nach dem Volkstrauertag vor der Feldherrenhalle

Bei Wind und eisiger Kälte begingen wir den heutigen Volkstrauertag und wohnten mit einer Fahnenabordnung der feierlichen Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal im Hofgarten bei. Dieser stille Feiertag, an dem den Opfern der Weltkriege und des Nationalsozialismus gedacht wird, ist für uns ein Pflichttermin: Um die Erinnerung aufrecht zu erhalten und zum Frieden zu mahnen.