Geschichte

Die heutige WV Palladia! ist aus zwei Vorgängerbünden hervorgegangen. Am 13. Januar 1876 gründete sich der Akademisch-Neuphilologischen Verein München (kurz: ANV). Mitglied konnten Studierende der Neueren Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München werden. Trotz des Couleurverbots seitens des Dachverbandes nahm der ANV am 16. Dezember 1891 die Farben rosa-weiß-dunkelblau an, die die WV Palladia! auch heute noch trägt.

Parallel dazu gründete sich am 18. Dezember 1879 der Philologische Verein München mit den Farben hellblau-weiß-dunkelblau. Im Wintersemester erfolgte die Umbenennung in Historisch Philologischer Verein (kurz: HPV). Gemeinsam gründeten ANV und HPV am 2. März 1895 ein Kartell philologischer Vereine an der Universität München. Sowohl aufgrund der stark geschrumpften Aktivitas beider Bünde als auch durch die vielen gemeinsamen Interessen der Alt- und Neuphilologen reifte bei den Alten Herren die Idee, beide Verbindungen zusammenzulegen. Die Verschmelzung zum Philologisch-Historischen Verein (kurz: PHV) erfolge am 31. Mai 1919. Da der ANV eine eigene Fahne besaß, wurde sich auf die Farben rosa-weiß-dunkelblau geeinigt. Den Zirkel übernahm der neue Bund vom HPV.

Kneipsaal

Altherrenkneipe, 1909.

Die Situation in der Aktivitas verschlechterte sich trotz anfänglicher Blütezeit in den Jahren danach zusehends und im Sommersemester 1925 musste sich der PHV vertagen. Die Altherrenschaft wollte das 50. Stiftungsfest im darauffolgenden Jahr trotzdem groß feiern. Dabei gelang es sogar, eine Aktivitas wieder zu rekonstruieren. Am 11. April 1932 änderte der PHV seinen Namen in Philologisch-historische Verbindung Palladia!. Die politischen Ereignisse des Jahres 1933 gingen auch an der Palladia! nicht spurlos vorüber und am 16. September 1933 musste sie sich aufgrund des angeordneten „Führerprinzips“ umorganisieren. Daraufhin schrumpfte die Palladia! und das große Verbindungssterben begann. Am 9. November 1935 folgte schließlich die schon lange befürchtete Auflösung der Aktivitas. Die aktiven Burschen wurden in die Altherrenschaft übernommen, die auch während der Kriegsjahre im Geheimen weiterbestand.

Zum 75. Stiftungsfest im Jahr 1951 hatte die Palladia! wieder eine Aktivitas. Die Anzahl der Aktiven war in den folgenden Jahren jedoch sehr gering, weshalb sich die Verbindung – auch aufgrund der Nähe der Konstante zur Technischen Hochschule – am 10. April 1954 in Wissenschaftliche Verbindung Palladia! umbenannte. So konnten auch Studenten der Ingenieurs- und Naturwissenschaften aufgenommen werden und man war offen für alle Fakultäten an LMU und TU. Schon im Jahr 1952 textete der Alte Herr Hermann Steinberger das Bundeslied der Palladia!. Ein Jahr später war die Palladia! maßgeblich daran beteiligt, den Deutschen Wissenschafter Verband (kurz: DWV), der seit 1910 bestand, wieder zu begründen. Vor allem in den frühen 1960er-Jahren gab es wieder ein blühendes Verbindungsleben mit genügend Burschen, Füxen und Verbandsbrüdern.

Zeitgleich mit den Bedrohungen durch den 68er-Zeitgeist verlor die Palladia! ihre Konstante in der Gaststätte „Zur Heimat“. Mit den Studentenunruhen kam das vorläufige Ende der Aktivitas, die auf der Osterversammlung am 21. März 1970 aufgelöst wurde. Zeitgleich gab die Palladia! ihren Austritt aus dem Deutschen Wissenschafter Verband bekannt. Nach einer fast 13 Jahre dauernden Sistierung fand am 26. März 1983 im Rahmen der traditionellen Osterversammlung die Acception zweier neuer Füxe statt. 1987 wurde die inzwischen sehr brüchige ANV-Fahne durch eine neue Fahne ersetzt. Die Fahne trägt nun auch, im Gegensatz zur ANV-Fahne, den Zirkel des HPV, den die Palladia! schon seit der Fusion von 1919 führt.

stiftungsfest datum unbekannt

Seit dem Jahr 1999 hat die WV Palladia! wieder eine Konstante. Das damalige Einfamilienhaus in der Heinrich-Geißler-Straße in München-Freimann wurde 2006 abgerissen, zwei Jahre später wurde das neue Palladenhaus feierlich eingeweiht. Die neue Konstante bietet Platz für 15 Bewohner.

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